Gegen ein Naturgesetz kann man nicht antüfteln. Aber man darf auch nicht aufhören zu tüfteln

Gegen ein Naturgesetz kann man nicht antüfteln. Diese Schlagzeile bei Geo-Online hat mich drei Wochen lang verfolgt. Obwohl ich ja eigentlich kein Zweifler bin. Aber das ist so ein Satz, den sagt man nicht einfach so. Deswegen verfolgt einen das. Schließlich will ich vernünftig sein. Kein Verschwörungstheoretiker mit Alu-Hut.

29.09.2025

Gegen ein Naturgesetz kann man nicht antüfteln. Diese Schlagzeile bei Geo-Online hat mich drei Wochen lang verfolgt. Obwohl ich ja eigentlich kein Zweifler bin. Aber das ist so ein Satz, den sagt man nicht einfach so. Deswegen verfolgt einen das. Schließlich will ich vernünftig sein. Kein Verschwörungstheoretiker mit Alu-Hut.

Aber von Anfang an. Da war dieses Interview in Geo-Online über den Verbrenner. So als Werbung für einen Podcast. Physiker Johannes Kückens hat mit seinem Team schon eine große Anzahl Podcasts für GEO-Online auf den Weg gebracht. In einem jetzt beworbenen Podcast geht es um den Verbrenner. Kückens bezweifelt, dass man mit den synthetischen Kraftstoffen einst Verbrennungsmotoren von Pkw in großer Zahl betreiben wird. Sein Argument: "Mit derselben Menge elektrischer Energie, mit der ein Batterie-Auto 100 Kilometer weit fahren kann, fährt ein E-Fuel-Auto maximal 20 Kilometer weit."

Solche Feststellungen konnte man im Interview noch weitere lesen. Wärme kostet Energie und ist ein Umweg. Jedenfalls bei der Mobilität. Das haben wir schon öfter mal gehört. Auch den Satz, dass der Verbrenner nicht wirtschaftlich ist. Weil er dazu auch Wärme produziert. Ein Verschwender halt.

Eine wichtige Wahrheit verschweigt Johannes Kückens aber auch nicht. Das macht seine Aussagen sympathisch. Er sagt (wörtlich): „Das E in E-Fuels steht ja für "Elektrizität. Um E-Fuels herzustellen, braucht man große Mengen elektrischer Energie – und zwar aus erneuerbaren Quellen, sonst sind sie nicht klimaneutral und man kann gleich fossile Kraftstoffe tanken.“ Diesen Teil der Botschaft teilen wir. Sein Interview bei GEO-Online habe ich mehr als einmal gelesen. Und es hat mich nachdenklich gemacht.

Dann aber habe ich mich auf meine eigenen Überlegungen besonnen. Das Rezept dafür steht nämlich bei Johannes Kückens selber: „Aber es gibt auch einen anderen Weg, nämlich ein Schrittchen zurückzutreten und zu sagen: Okay, jetzt mal ganz in Ruhe.“

Die Ruhe habe ich mir gegönnt und mich gefragt, geht der Wind aus, wenn in der Eifel, in Schleswig-Holstein oder in Nordafrika oder auch in Chile so viele Windräder stehen oder interessiert das den Wind überhaupt? Oder wenn die Sonne scheint. Und wenn ich auf meinem Dach ein Stück der Sonne abzweige und für mich nutze. Zum Staubsaugen oder zum Fernsehen. Oder um diese Zeilen zu schreiben. Nehme ich möglicherweise irgendjemand anderem etwas weg. Vielleicht scheint die Sonne kürzer oder nicht mehr so hell, nur weil ich diese Zeilen schreibe.

Kommen wir zurück zum ernsthaften Teil der Diskussion. Natürlich hat Johannes Kückens recht. Aber er gibt sich mit seinen Antworten zufrieden, anstatt weiter zu fragen. Vielleicht weil die Zwischenfrage nicht aus der Physik kommt. Wind und Sonne stehen reichhaltig zur Verfügung. Verschwenderisch. Wie die Wärme aus dem Verbrennungsmotor.

Und jetzt die Frage an Johannes Kückens. Was muss die Physik leisten, damit wir uns noch intensiver aus diesem reichhaltigen Fundus bedienen können. Aus dieser Verantwortung dafür können und wollen wir die Physik nicht entlassen.

 

Eine schöne Woche

 

Stephan Zieger