Das Joghurt-Oligopol

Eigentlich bin ich ja ein gutgläubiger Mensch. Als Angie 2010 zum ersten Mal ihre Prognose verkündet hat, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf unseren immer holpriger werdenden Straßen herum flitzen würden, hing ich an ihren Lippen. Irgendwie klang das wie ein Rauschen aus anderen Hemisphären in meinen Ohren. Immerhin sehr mutig, habe ich gedacht. Und bei den inzwischen schon 680 Millionen Euro an Fördergeldern, die sie da bisher in die Autoindustrie geblasen hat, vielleicht wird es ja was, habe ich gedacht. Und jetzt, zwei Jahre später? Jetzt soll noch in dieser Legislaturperiode mehr als eine weitere Milliarde Euro für ihre „Leuchtturmprojekte“ dazu verpulvert werden. Und ausgerechnet da verkündet uns die „Nationale Plattform für Elektromobilität“ unter dem Vorsitz der Staatssekretäre Bomba und Heitzer in ihrem dritten Bericht, dass es mit der Million Elektroautos in 2020 zwar schon noch irgendwie werden könne. Aber wenn das mit dem Umfeld (gemeint sind Fördergelder u.s.w.) nicht besser werde, dann könnten es vielleicht auch nur 600.000 Fahrzeuge werden. Na ja, etwa 4.500 Autos sind es immerhin ja jetzt schon, die lautlos über die Straßen zockeln. Aber liegt es wirklich am Umfeld? Liegt es nicht vielmehr am Elektroauto selbst? Es ist in der Anschaffung verdammt  teuer und mit ihm schaffe ich es nicht einmal bis nach Erlangen zu meiner Erbtante. Und wenn ich es dann den Rest der Strecke bis zu ihr geschoben habe? Das Ding schnell mal in fünf Minuten wieder aufladen geht dann auch nicht. Und Besserung ist offensichtlich in absehbarer Zeit auch nicht in Sicht.

„Aber du weißt doch, dass deine Tante sich über jede Stunde freut, die du länger bei ihr bleibst,“ hätte mein Onkel da gesagt.

Damit hätte er sogar Recht, aber das wären dann ja Zwangsaufenthalte! Und die gute Tante würde womöglich noch heimlich versuchen, den Stecker rauszuziehen, damit ich noch ein kleines bisschen länger bleibe. Gut, wir haben zwar verinnerlicht, dass Treibstoffdämpfe einen negativen Effekt auf die Psyche haben. Aber wenn ich mir anschaue, wie viele weitere Milliarden die Jungs mit diesem Elektroprojekt noch verplempern wollen, dann potenziert sich dieser negative Effekt auf meine Psyche – und zwar gewaltig! Wird denn in Zukunft, wenn die Bundesautobahnen voll mit Steckdosen unterhöhlt sind, der jeweilige Stromlieferant dann für diese Steckdose seinen Kw - Verkaufspreis an  eine eigene Markttransparenzstelle melden müssen? Gekoppelt mit der Menge und dem jeweiligen Einkaufspreis? Fein säuberlich getrennt nach Solar,- Wind- oder konventionellem Strom aus Kohle- oder Gaskraftwerken? 

Da kommt mir überhaupt eine Idee. Herr de Maiziere will doch unbedingt die 2.500 Mitarbeiter seines Verteidigungsministeriums in Bonn loswerden und sich ganz auf seinen Regierungssitz in Berlin konzentrieren. Das wäre doch die Gelegenheit überhaupt. Wir tauschen einfach das Schild an der Eingangspforte in Bonn aus. Anstelle von Bundesministerium für Verteidigung steht dort dann in großen Lettern Markttransparenzstelle des Bundes. Keine Millionen schweren Kosten für mögliche Umzüge nach Berlin, keine Neueinstellungen und nur ein Fußweg zum Kartellamt. Was ergeben sich da für ungeahnte Möglichkeiten für neue Tätigkeitsfelder. So fordere ich ja schon lange Markttransparenz für Fruchtjoghurt. Wieso schwanken die Preise dort so oft und wieso ist er bei Lidl billiger als bei Aldi. Verkauft Lidl unter dem Einstandspreis? Oder wird Aldi von Dr. Oetker mit zu hohen Einkaufspreisen gemobbt. Gehört Dr. Oetker nicht längst schon zum Joghurt-Oligopol? Oder zockt uns Aldi womöglich ausgerechnet mit seinen Joghurtprodukten ab? Und wie ist das überhaupt bei Penny, Netto, Real, Rewe, Edeka, Karstadt, Tengelmann oder dem Kaufhof? Könnte man ein zentrales, zeitnahes Meldesystem für Kraftstoffpreise nicht auch gleich für Joghurt mitverwenden? 

Oh ja, wenn das und vieles andere erst einmal gründlich unter die Lupe genommen wird, dann ergeben sich traumhafte Synergien und dann wird das jetzige Personal der Hardthöhe mal gerade so ausreichen. Und toll: Für den Steuerzahler entstehen keine neuen Kosten, denn die Kosten für die Hardthöhe trägt er ja heute schon!

„Wichtig ist was hinten rauskommt“, hat unser Altbundeskanzler Helmut Kohl einst so schön gesagt.

Und das heißt im Klartext: Für seine geplante Markttransparenzstelle braucht  unser Bundesminister für Wirtschaft überhaupt kein frisches Geld. Und Herr Rösler kann dem Kabinett, dem ADAC und seinen Wählern dann stolz erzählen, welch sparsamer und effektiver Verbraucherschützer er doch ist. Ein „Touch“ auf meine App und nachdem ich an der billigsten Tankstelle in Trudering getankt habe fahre ich zu Lidl in Aubing um mich günstigst mit Joghurt einzudecken. Welch phantastische Zukunftsperspektive!

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