Grob gesagt - Bekennender Milchtrinker

Seit meiner frühesten Kindheit bin ich leidenschaftlicher Milchtrinker. Nicht die Milch von Müller hat mich dazu gebracht. Die kam erst viele Jahre später. Mit dem schönen Spot mit Fußballstar Gerd Müller, in dem er uns erzählte, dass es die Milch macht. Aber das wusste ich schon viel früher. Nein, ich bin schon als ganz kleiner Junge jeden Abend mit der Milchkanne in der Hand aus unserem damaligen Barackenquartier eines ehemaligen KZ-Außenlagers quer über die Äcker zum Hof unseres Milchbauern gestiefelt. Beim Melken der Kühe zuzuschauen und es sogar selbst machen zu dürfen, war einfach faszinierend.

Und wenn ich mit der vollen Milchkanne zurückmarschierte, war sie meistens, wenn ich zu Hause ankam, nicht mehr ganz voll. Denn dann hatte ich der Versuchung wieder einmal nicht widerstehen können. Mal schnell auf dem Rückweg einen kleinen Schluck, den merkt Mama nicht. Aber weil er so gut schmeckte, schnell noch einen – und dann noch einen. Mama war anfangs etwas ärgerlich. Doch weil alles gute Zureden bei mir einfach nicht fruchtete, besorgte sie schließlich eine größere Kanne. Und so hatten wir beide unseren Frieden.

Und heute? Am Stadtrand Münchens, ganz in der Nähe meiner Wohnung, gibt es noch einen Bauernhof. Und da hole ich mir meine „Rohmilch“, wie es heute so schön heißt. Von Hand wird da nicht mehr gemolken. Melkmaschinen haben diese Aufgabe übernommen. Und auch ansonsten hat sich der tapfere Betreiber des Hofes den modernen Zeiten angepasst. Den vorderen Teil des Hofes hat er in einen Hofladen umgewandelt. Dort führt die immer nette Oma das Regiment. Und um dem Eilbedürfnis seiner Kunden entgegenzukommen, hat er inzwischen zusätzlich an der Außenmauer in einen Milchautomaten investiert. Du stellst deine Flasche unter den Dispenser, wirfst einen Euro ein und erhältst einen Liter frische Rohmilch. Egal ob morgens oder spätabends, wenn Oma schon schläft. Und der Euro gehört ihm und er muss ihn nicht mit irgendwelchen Molkereien und Supermärkten teilen.

Zwölftausend Euro hat er vor einem Jahr in diesen Automaten investiert. An seine Kunden und nicht an die Bürokratie der Europäischen Union denkend. Denn die schlägt jetzt gnadenlos zu. Das zuständige Eichamt hat ihn angeschrieben. Um den Eichvorschriften der EU nachzukommen, soll er den schönen Milchautomaten jetzt nachrüsten. Das Eichamt wird dann regelmäßig überprüfen, ob der dann mit einem Drucker und einer Bonrolle nachgerüstete Automat den Liter auch wirklich genau ausschenkt.

Und du stehst dann mit deiner gefüllten Literflasche davor und der Bondrucker wirft eine Quittung aus, die dir den Erhalt des einen Liters behördlich bestätigt. Wahrscheinlich halten diese Bürokraten uns Verbraucher für zu blöd und unfähig, um zu erkennen, dass in einer gefüllten Literflasche tatsächlich ein ganzer Liter drin ist.

Was ihn die Nachrüstung kosten wird, weiß unser Bauer noch nicht. Auch nicht, was das unterbeschäftigte Eichamt künftig für das regelmäßige Ankleben einer Prüfplakette an Gebühren verlangen wird. Und auch, ob er das überhaupt noch will, weiß er noch nicht. Denn womöglich werden Verbraucherschützer ein vorheriges Abkochen seiner Milch verlangen, denn Rohmilch könnte ja auch Keime enthalten und der Verbraucher ist zu dumm, das dann selbst zu tun. „Wenn er tatsächlich aufgibt, kannst du ja auf Grappa umsteigen“, hätte mir mein Onkel da sicher schmunzelnd geraten.

Umsteigen, Neues probieren. Danke, haben wir probiert. Ließ sich ganz prima an. Bis, ja, bis die Politik und ihre Bürokraten urplötzlich den Umkehrschritt machten. Mit von Bakterien produziertem Biodiesel ging es los. Politikhörig haben wir vor fünfzehn Jahren reichlich in Tanks und Zapfsäulen investiert.

Doch nach vier Jahren wurde das Ganze mit einem Federstrich Makulatur. Dafür sind jetzt die Filter beim fossilen Diesel schnell mal zu. Beste Einnahmequelle für Tankreiniger. Flüssiggas, die nächste geldverschlingende Empfehlung der Politik! Um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Nach freudigem, massenhaftem Investment jetzt das leise Sterbeglöckchen durch den Bundestag. Erdgas soll es stattdessen werden. Zumindest ein bisschen noch.

Einmal habe ich mich breitschlagen lassen. Kein zweites Mal! Ich breche dieses Ding wieder ab. Diesmal 800000 Euro staatliche Mittel in den Sand gesetzt. Soll sich die Politik ihre Steuerbefreiung für diesen Ladenhüter im Straßenverkehr künftig sonst wohin schieben. „Wichtig ist, was hinten rauskommt“, hat unser Altkanzler Kohl einst so schön gesagt. Richtig, Elektromobilität! Die nächste Weissagung unserer Politiker. Ohne jegliches Konzept, wie diese Mobilität denn künftig überhaupt sinnvoll aussehen soll. Die Stromkonzerne jedenfalls haben die millionenschweren Zuschüsse schon abgeräumt, aber auch kein schlüssiges Konzept. Aber diesmal mache ich mein Konzept selber!  

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