Grob gesagt: Das Maß aller Dinge oder warum man mit dem Philospohiestudium doch nicht so weit kommt

„Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nicht seienden, dass sie nicht sind.“ Protagoras, ein alter, griechischer Sophist hat diesen Satz vor weit mehr als zweitausend Jahren geprägt. Und dass es Grenzen für ihn gäbe, die er nicht überschreiten solle. Und ausgerechnet ich muss das lesen! Schwere Kost für so einen kleinen Sprithändler wie mich, der bei Maß erst einmal an einen gut eingeschenkten Liter Bier denkt und bei Grenzen, an die nach Österreich, an denen jetzt sowieso immer Stau ist. Allerdings erst wenn man sie überschritten hat und dann wieder zurück nach Bayern will. Aber das kannte der alte Protagoras ja noch nicht. Also muss er etwas anderes gemeint haben. Also quäl dein Gehirn ein bisschen, du träger, alter Tropf.

So richtig philosophisch klingt das Ganze nicht unbedingt. Hat das etwa etwas mit Politik zu tun? Meinte er das? Na ja, Politiker legen Grenzen fest. Obwohl, die gibt es doch meistens schon. Und die überschreiten sie ja auch nur ganz selten. So wie Herr Putin auf der Krim. Aber das sind dann Dinge die sind und nicht nicht sind. Vielleicht muss man das etwas variieren?

Denn richtig ist auch: Politiker legen zu gerne Grenzwerte fest. Und zwar nicht wenige! Und Grenzwerte sind dann das, was wir und vor allem was Industrie und Gewerbe dann strikt einhalten und nicht überschreiten sollen. Meinte Herr Protagoras das? Mehr Windenergie und weniger Steinkohle. Mehr Solar und weniger Braunkohle. Mehr Frischluft und weniger CO 2! Mehr Elektroautos und weniger Dieselfahrzeuge! Eben wegen dem CO 2! Und weniger CO 2 hat VW ja glänzend gemeistert. Hat uns Herr Winterkorn als VW-Boss jedenfalls erzählt. Dass er sich wohl oder übel mit ganz speziellen Grenzen, nämlich jenen von Abgaswerten beschäftigen musste, lag an seinem Job. Aber dass er das mit einer ganz speziellen Software geschafft hat, hat er uns nicht erzählt. Damit hat VW, wie wir jetzt wissen, die Abgaswerte manipuliert und die Grenzwerte somit zwar locker eingehalten, aber nur am Prüfstand.

Jedes Gramm CO 2, das wir in Europa mit unserer Flotte einsparen, hat er im Herbst 2014 gesagt, kostet unseren Konzern fast 100 Mio. Euro. Eine ziemlich teure Grenze. Und noch etwas Schönes hat er gesagt. Nämlich dass VW Perfektion ist, auch wenn man dazu manchmal an die Grenzen gehen müsse.

Und da bin ich wieder bei Protagoras. Diese Art der Software, defeat device im Englischen, ist letztlich auch eine sehr philosophische Sache. Eine Software, die etwas vorgaukeln kann, was nicht ist und trotzdem pro Gramm CO 2 ca. 100 Mio. Euro verschlingt, ist doch so etwas wie das von Menschen gemachte nicht seiende, also das Gebiet jenseits dieser Grenze.

Und dorthin hat sich auch das Gehalt von Herrn Winterkorn bewegt. Fast 16 Mio. Euro bekam er im Jahr 2014. Das Maß aller Dinge – oder der bestbezahlte Manager Deutschlands.

„Na ja, mit Philosophie hätte er sicher nicht so viel verdient,“ hätte mein Onkel da gesagt.

Und wo er Recht hat, hat er Recht.

Genauso wie der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Der hat eine Studie veröffentlicht, nach der Methan, Propan und Butan bei der Erdölförderung und –verarbeitung austreten. Das wusste ich bisher zwar auch schon. Doch wenn wir nicht massiv gegensteuern, werden Öl- und Gassektor die am schnellsten wachsenden Quellen dieser schädlichen Methanemissionen in den kommenden Jahrzehnten, so der Verband. Aber zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2015 ist der Primärenergieverbrauch  von Öl und Erdgas in Deutschland um rd. 14 % zurückgegangen, der von Öl sogar um rd. 18 %. Ist da jetzt auf einmal mehr Methan drin, dass es gleich so gefährlich wird? Der VDB fordert aus diesem Grund verbindliche Vorgaben zu einer wirksamen Treibhausgasminderung im Straßenverkehr.

„Wichtig ist, was hinten rauskommt,“ hat unser Altbundeskanzler Helmut Kohl einst so schön gesagt.

Doch da hätte ich noch eine andere Studie für den VDB. Eine einzige Milchkuh produziert mehr Methan als bei der Kraftstoffproduktion für einen Klein-Pkw mit einer Jahresleistung von 18.000 km verpufft wird. Wäre es da nicht zumindest genauso sinnvoll den Kühen irgendwelche Filter einzubauen oder gleich sämtliche Milchkühe abzuschaffen? Aber das wird wohl beides nichts, denn schließlich ist der Mensch ja auch das Maß aller nicht seienden Dinge.

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