Grob gesagt - Der Flickerlteppich und die Energiewende

Ein „Fleckerlteppich“? Was ist das eigentlich? Vielleicht können sich die Älteren unter uns noch dunkel an diese Spezies erinnern. Aus zusammengenähten Teppich- und sonstigen Stoffresten hat meine Oma damals fast perfekte Badewannen- und Waschbeckenvorleger geschaffen. Schön kuschelig waren sie. Zwar nicht unbedingt schön. Aber fußfreundlich, wie sie sagte. Beinahe unverwüstlich waren sie. Und man konnte sie auch in der Badewanne wieder sauberwaschen. Denn Waschmaschinen gab es damals ja noch kaum. Das war ein absolut unerschwinglicher Luxus, und wurde erst in späteren Jahren zur Selbstverständlichkeit. 

So selbstverständlich wie mir unser ehrwürdiges Europa bis vor wenigen Jahren vorgekommen ist. Aber das ist wohl so langsam vorbei. Da versuchen zurzeit immer mehr einen Salto rückwärts. Und bevor wir uns versehen, landen wir alle unsanft auf einem hässlichen Fleckerlteppich, der sich bis vor kurzem Vereintes Europa nannte. Hat ja nicht erst mit dem Brexit begonnen. Davor war es eher unterschwellig und lautloser und man hat es mit einem „Ach was“ abgetan. Aber seitdem gewinnt es immer mehr an Fahrt. 

Osteuropa bis hinauf ins Baltikum – euphorisch, trotz aller Bruderkriege, in den Neunzigerjahren in die EU aufgenommen – schottet sich zunehmend wieder von Europa ab. Polnische Katholiken wallfahren inzwischen sogar zur 600 Jahre alten Schwarzen Madonna in Tschenstochau, um mit Gottes Hilfe die Aufnahme muslimischer Flüchtlinge zu verhindern. Egal, ob es sich um syrische Christen oder Alewiten handelt! Einmauern wollen sich diese Staaten! So wie die Römer einst hinter dem Limes. 

Hat es ihnen geholfen? Na ja, könnte man sagen, das ist halt der Osten. Der hat mit europäischer Kultur sowieso noch nie besonders viel am Hut gehabt. Aber so ist es ja leider nicht. Schottland und Nordirland wollen sich von England abspalten und lieber selbständig werden. Katalonien, Hort jahrhundertealter europäischer Kultur, will plötzlich ein eigener Staat werden. Die Lombardei und auch Venetien wollen sich lautstark aus ihrer italienischen Verantwortung stehlen. Sollen die im Süden des Landes doch sehen, wo sie bleiben. Und die Flamen grübeln im Stillen auch schon länger darüber nach, wie sie die Wallonen am besten loswerden können.

 

Und das alles soll noch ein Vereintes Europa sein? Vielleicht hält es ja noch ein paar Jahre als Fleckerlteppich, aber allzu viel Hoffnung habe ich da nicht mehr, trotz all der beschwörenden Deutsch-Französischen Beteuerungen. Denn irgendwann ist jeder Fleckerlteppich runtergelatscht und ausgetreten. Stehen wir dann womöglich wieder barfuß auf kalten Fliesen?

„Beruhige dich. Sind wir denn nicht alle nur Zwischenlösungen auf dieser Welt?“ hätte mein Onkel mich da angelächelt. Ja doch, das ist es wohl und das macht mir sogar Mut. Sich in die große Europa-Politik einmischen? Steht mir als kleiner, bayerischer Spritpanscher nicht zu. 

Aber in die kleine, die nationale Politik. Bei der Suche nach Kompromissen und Alternativen zur Erhaltung des Verbrennungsmotors so gut wie möglich hilfreich sein. Machen wir uns nichts vor. Über kurz oder lang wird das E-Auto zumindest eine Alternative sein. Auch die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe wird das nicht verhindern. 

Ein schneller Markthochlauf der E-Mobilität in Deutschland ist zwar schon deshalb nicht möglich, weil das Stromnetz nicht darauf eingestellt ist. Sagen selbst deren feurigste Verfechter. Und auch sonst gibt es bei dem Thema noch genügend Hindernisse und Ungereimtheiten.

Aber warum eigentlich nicht beides? Ich denke, genau darauf sollten auch wir uns als Betreiber freier Tankstellen einstellen. Schließlich haben wir doch die geeignete Infrastruktur. Und letztlich will auch der künftige E-Mobilist sein Auto waschen und die Ladepause sinnvoll nutzen. Warum also nicht im Shop bei einem leckeren Cappuccino?

„Wichtig ist, was hinten rauskommt“, hat unser Altkanzler Kohl einst so schön gesagt. Auch wenn ich mich wiederhole: Womit, wo und wie wir in 30 Jahren im Stau unserer Straßen stehen, wissen wir alle nicht. Aber daran aktiv mitzuarbeiten, die Kompromisse und Alternativen aufzuzeigen, das ist unsere Aufgabe. Und egal, ob mit Verbrennungsmotor oder elektrisch geladen. Dass wir auch dann noch in eine rettende freie Tankstelle einfahren können.

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