Grob gesagt - Die Wanne ist voll ...

Nachdem mir letzte Woche auf dem Weg zwischen dem Münchner Stachus und dem Odeonsplatz dutzende von Smartphones Kinnhaken und Nackenschläge versetzt haben, bin ich vorsichtiger geworden. Ich trage ab sofort so einen dickbauchigen Arztkoffer mit mir, den ich bei meinem Marsch durch die Menschenansammlungen immer schön rhythmisch schwenke. Neben einzelnen Schmerzensschreien höre ich dann schon einmal die bittere Beschwerde, dass jemand auf seinem Smartphone die Eier nicht ausbrüten konnte oder er wegen des Remplers mit meiner Aktentasche an einem gelben Pokémon-Monster vorbei geschossen hat.

Pokémon: Der neue Weg, um aus der virtuellen Welt sozialer Medien in die reale Welt einzutauchen. Da brauche ich kein Facebook mehr, um neue Freunde zu gewinnen. Jetzt gewinne ich sie auf der Straße, am Stachus, auf dem Odeonsplatz oder sonst wo. Wenn es auch manchmal weh tut. Selbst bei Burger King laufen solche Monster schon massenhaft herum und laden zum Eier ausbrüten ein. 

Monster erschießen und Eier bei Burger King auf dem Smartphone ausbrüten. Ist diese Gesellschaft eigentlich noch zu retten? Irgendwie kommen die mir alle ballaballa vor. Vielleicht hilft da der neue Vorschlag der CDU-Länderminister etwas weiter, dass Ärzte von ihrer Schweigepflicht befreit werden sollen, wenn sich ihre Patienten verdächtig verhalten. Denn wer massenhaft Monster erschießt, ist ja vielleicht gar nicht mehr so weit von Anschlagsphantasien entfernt. Da würde bei so manch einem eine sorgfältigere Untersuchung sicher nicht schaden. Insofern ist auch die Forderung dieser Minister nach mehr Psychologen verständlich. 

Aber zusätzlich haben wir noch viel brisantere Themen. Rauchverbot im Freien ist zurzeit ein ganz großer Renner in Bayern. Einen ganzen Vormittag Sendezeit hat der Bayerische Rundfunk diesem Thema inzwischen gewidmet. Was passiert eigentlich, wenn sich ein Nichtraucher im Straßencafé an den bis dahin freien Nachbartisch neben einen Raucher setzt? Oder am Badesee sein Badetuch neben einem dort schon paffenden Raucher platziert? Möglichst mit einem kleinen Pinscher, der bei der ersten Rauchwolke schon allergisch zu husten beginnt. Wer von den beiden muss weichen? Wirklich ein weiteres Problem, an das der Gesetzgeber bei der Verabschiedung der Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten offensichtlich nicht gedacht hat! Da muss schleunigst nachgebessert werden. Also schnell noch ein weiteres Verbot auf dem gar nicht mehr so stillen Weg zur Infantilisierung der deutschen Gesellschaft hinzugefügt. 

„Wichtig ist, was hinten rauskommt“, hat unser Altkanzler Helmut Kohl einst so schön gesagt. Und nicht einmal sein Vorgänger Helmut Schmidt kann dagegen noch protestieren. Der kann uns, im Himmel eine Mentholzigarette paffend, höchstens noch so viele Schauer und Gewitter nach unten schicken, dass uns die Lust auf Straßencafé oder auf Badestrand sowieso endgültig vergeht. Denn dann können wir uns nämlich in unserem Dreipersonenhaushalt auch in aller Ruhe auf die von unserem Bundesinnenminister für den angedrohten Ernstfall empfohlenen Hamsterkäufe konzentrieren. Abgesehen von den ganzen Nahrungsdosen – das geht ja noch. Aber vor allem das mit den zwei Litern Trinkwasser pro Mann und Tag für zwei Wochen ist ganz schön heftig. So groß ist unsere Wohnung ja auch wieder nicht! Wie und wo werden wir unsere Wasservorräte dann wohl deponieren? Vierundachtzig Liter Wasser sind nämlich ganz schön viel und nehmen auch viel Platz weg. Und was ist überhaupt, wenn die Katastrophe passiert und wir sind gerade in Urlaub? „Das ist der Idealfall für uns“, hätte mein Onkel da sicher gesagt „weil wir dann überhaupt keinen Wasservorrat brauchen.“ 

Richtig, dann lassen wir jeden Morgen die Badewanne volllaufen. Und wenn die Katastrophe nicht kommt, ziehen wir abends einfach nur den Stöpsel wieder raus. Und unser Hotel zahlt die Wassergebühr. 

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