Grob gesagt – Feuerzeuge im Kindergarten, das Eichgesetz und die Wahrheit über Biokraftstoffe

Frohes Fest!

Gestern war ich in einer Kita, im Prinzip eigentlich nur so, weil wir etwas wegen der bevorstehenden Nikolausfeier besprechen wollten. Und da saß die ganze Gruppe der Kleinen auf dem Teppichboden. Zuerst traute ich meinen Augen nicht. Denn jeder dieser Zwerge spielte an einem Feuerzeug herum. Geht´s noch schlimmer, dachte ich. Doch als ich voller Empörung damit begann, den Knirpsen die Dinger aus den Händen zu nehmen, zog mich ihre Betreuerin mit sanftem Druck zurück. „Lassen Sie mal. Die kriegen die Feuerzeuge doch sowieso nicht an“, meinte sie. Und das Ganze sei ein notwendiger – für die Kita immerhin lukrativer – Test zur Prüfung der Kindersicherheit eines neuen Feuerzeugmodells. Der Hersteller müsse schließlich nachweisen können, dass es der Ziff. 5 der DINµENµ13869 entspreche.

 

Wie bitte? Ja, in dieser Ziffer sei festgehalten, dass es von 100 Kindern unter 51 Monaten höchstens 15 schaffen dürfen, das Feuerzeug zum Brennen zu bringen. Und bei diesem neuen Modell schafften das höchstens zwei oder drei. Und ob ich denn nicht wisse, dass es eine Feuerzeugverordnung und noch dazu zwei weitere Normen, die DINµENµISOµ9984 und die ISOµ22702 für Feuerzeuge gäbe?

Nein, das wusste ich nicht. Da lächelte sie und meinte, das sei ja noch gar nichts. Denn in der Babykrippe schlage man sich mit der Schnullerketten-Norm DINµENµ12586 herum. Auf 52 Seiten sei alles haarklein beschrieben. Oder war es jetzt die DINµENµ1400? So ganz sicher war sie sich da plötzlich in dem Normenwust nicht mehr. Aber egal. Jedenfalls sei dort ganz präzise festgehalten, dass ein Schnullerhalter maximal eine Länge von 220 mm haben dürfe. Und zwar müsse die Messung von dem vom Band am weitesten entfernten äußersten Ende des Schnullerhalters bis zum letzten Stück des Bandes oder aber der beweglichen Befestigungsvorrichtung an der Befestigung an der Kleidung selbst erfolgen. Ausgenommen hiervon sei allerdings die Länge der Befestigung am Kleidungsstück selbst.

So ganz habe ich das auf die Schnelle nicht kapiert. Alles in Brüssel erdacht, um zu verhindern, dass sich Babys strangulieren. Eine Gefahr, die allerdings gering sei, wie die EU im Vorspann einräume. Immerhin sei eine geringe Anzahl von Kindern infolge von Unfällen gestorben, an denen ein Schnuller Ursache war. Der Tod war dann leider durch Strangulation mit einem Band oder einer Schnur eingetreten, mit deren Hilfe der Schnuller um den Hals des Kindes gehängt war. Diese Bänder oder Schnüre, wie zum Beispiel Schnürsenkel, waren zur Befestigung des Schnullers nicht geeignet und somit für das Baby höchst gefährlich.

Und dann kramte sie wie wild in einer der Schubladen, um mir das ganze Werk zu zeigen. Gott sei Dank fand sie es nicht gleich. Und so konnte ich Eile vortäuschen und zum Büro der Leiterin weitergehen. „Wo bleibt denn eigentlich euer Edi? Den habt ihr doch nach Brüssel geschickt“, hätte mein Onkel vielleicht gefragt. Richtig! Der Herr Stoiber saß ja eine ganze Weile in Brüssel, um all diesen Wust zu entbürokratisieren. Weiß der Himmel wie viele Seiten und Normen es sonst ohne ihn noch geworden wären. Nun hat er nach sieben Jahren seinen Abschlussbericht veröffentlicht und folgende Sätze von sich gegeben: „Zuerst war da die Idee vom schönen, geeinten Europa. Aber irgendwie müsse man das verwalten. Doch dank der inzwischen aufgebauschten Bürokratie ist die Verwaltung jetzt Europa und die Idee vom schönen Europa verschwunden.“

Könnten wir ihn denn jetzt nicht nach Berlin holen? Als erstes Beispiel könnte man ihm da das ab 1. Januar 2015 geltende Eichgesetz vorlegen. Mal abgesehen davon, dass die Eichung eines Zapfschlauchs dann EUR 117,-- statt bisher EUR 108,-- kostet. Von nun an müssen wir dem Eichamt melden, wann wir eine Nacheichung der einzelnen Zapfsäulen brauchen. Da wir so den Eichbeamten die Bürokratie vereinfachen, wäre eine Senkung der Gebühren logisch. „Wichtig ist, was hinten rauskommt", hat unser Altbundeskanzler Helmut Kohl einst so schön gesagt.

 Wahrscheinlich wieder nichts. Oder wir beauftragen ihn mit der Überwachung der neuen Dekarbonisierungsbeschlüsse des Bundestages. Gesetzlich ist bisher eine Beimischungsquote von 6,25 Prozent an Biokraftstoffen zulässig. Was einer Minderung der Treibhausgasquote um drei Prozent entspricht. Aber ab 1. Januar 2015 wird diese Quote auf 3,5 Prozent angehoben. Und machbar wird das Ganze durch eine Erhöhung der Treibhausgasemissions-Minderung der biogenen Anteile. Biokraftstoffe der zweiten Generation, wie Biowasserstoff, Power-to-Gas und Biomethan, werden nicht auf die Treibhausgasquote angerechnet und Faktoren wie der Transport und Anbau, die selbst Treibhausgase verursachen, bleiben unberücksichtigt. Auf das Lügengebäude in 2015 bin ich gespannt.

Und so bleibt mir nur, uns allen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2015 zu wünschen.

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