Grob gesagt: Ich bin gerne Linkshänder

Wieso bin ich eigentlich Teil einer oft schräg angesehenen oder mitleidig belächelten Minderheit von etwa 10 Prozent der Bevölkerung? Linkshändigkeit ist offensichtlich ein Gebrechen! Gebrechlich, weil ich Linkshänder bin? So, wie es rund acht Millionen Menschen in Deutschland sind. Ein freundliches „Tollpatsch“ meines Vaters war oft das Netteste, was ich von ihm hörte, wenn ich einen Schraubenzieher in die linke Hand nahm. Oder der mahnende Hinweis meiner Mutter, das Fischmesser doch in die richtige Hand zu nehmen. Geschweige denn die Kopfstüber, als ich mit der linken Hand zu malen oder später in Druckbuchstaben zu schreiben begann. Sogar bis heute fummle ich ewig mit dem Büchsenöffner herum! Und es gibt tatsächlich immer noch Psychologen, die Linkshänder als anfällig für Alkoholismus, Asthma, Schlaflosigkeit, Kriminalität und Schwachsinn bezeichnen. 

Welcher Unsinn, habe ich mir schon lange gedacht. Ob Ford, Reagan, Bush, Clinton oder Obama. Alles amerikanische Präsidenten und Linkshänder. Alle von Schwachsinn bedroht? Na ja, wenigstens ist Donald Trump Rechtshänder. 

Lange hat mir das keine Ruhe gelassen! Und jetzt bin ich endlich fündig geworden. Jawohl, fündig bei Pythagoras. Du lieber Himmel, ausgerechnet der alte Grieche, dessen fundamentaler Satz über die Flächeninhalte von rechtwinkligen Dreiecken mir schon in der Schule die Geometrie erfolglos näher bringen wollte. Kathetenquadrate und Hypotenusenquadrate sind gleich! Aha! 

Und unser dualistisches Denkvermögen, die Begabung zur Zweiteilung, zur Polarisierung hat er in der Tafel der Gegensätze auch schon vor mehr als 2.600 Jahren zu Papier gebracht: 

links – rechts

weiblich – männlich

dunkel – hell

schlecht – gut

kalt – warm

krumm – gerade

Rechts also ganz klar die Seite des Guten, links die Seite des Schlechten. Unsere Gedankenwelt beruht demnach auf Zweiteilung, Dichotomie, Unterscheidung innerhalb einer Dimension. Dreiteilungen sind uns offenbar fremd. Wir zerhacken die Welt in zwei Teile! Neben „wahr“ und „falsch“, „alles“ oder „nichts“ oder „ganz“ oder „gar nicht“ gibt es für uns keine dritte Dimension. Die Massen werden belabert, indem man polarisiert. Verzwickte Angelegenheiten müssen auf einen einfachen Nenner gebracht werden. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Und weil wir gut sind, sind die anderen schlecht.

„So einfach ist die Welt! Aber als Linkshänder verstehst du das nicht“, hätte mir mein Onkel dazu sicher augenzwinkernd erklärt.

Aber ein bisschen verstehe ich es schon, denn man kann es beliebig verlängern und auf jeden beliebigen Punkt bringen, z.B.: Wer für das Elektroauto ist, ist gut, wer am Verbrennungsmotor festhält ist schlecht. 

Oh weh, oh weh! Diese leider so primitive Zweiteilung und ein undifferenziertes Weltbild auch da. Warum können wir und die Politik da nicht einfach nuancieren, indem wir beide Begriffe ein zweites Mal zweiteilen?

Sicher hat ein E-Auto Vorteile, was den Klimaschutz betrifft, zumindest wenn es durch Wind- oder Solarstrom angetrieben wird. Aber Lithium für die Batterien ist ein seltener Rohstoff und wie der Strombedarf einmal endgültig gedeckt werden kann, ist unklar.

Schließlich muss auch ein E-Auto mal gewaschen werden. Und dafür gibt es eine bestehende Infrastruktur von Waschanlagen an tausenden von Tankstellen in Deutschland. Tankstellen, die auch Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren anbieten.

Und nicht nur Verbrennungsmotoren, sondern auch Kraftstoffe werden permanent weiter entwickelt. Biokraftstoffe der zweiten Generation zum Beispiel. Faszinierend, was sich da tut. Aus Pflanzenabfall produziert der Schweizer Konzern Clariant in Deutschland bereits Biokraftstoffe, die 95 Prozent weniger CO2 im Verbrennungsmotor ausstoßen. Warum also an der bestehenden Infrastruktur so mutwillig vorbei gehen? 

„Wichtig ist was hinten rauskommt“, hat unser Altkanzler Helmut Kohl einst so schön gesagt.

Also hoffen wir, dass unsere Politiker möglichst bald aus ihrer Schwarz-Weiß-Malerei herausfinden und sachlichen, differenzierten Argumenten des „sowohl“ als „auch“ zugänglich werden. Dazu würde ich ihnen gerne nicht nur meine rechte, sondern auch meine linke Hand reichen. Denn die kommt schließlich von der Seite des Herzens.

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