Grob gesagt - Ich lasse mir doch wegen SEPA nicht die gute Laune verderben ...

Wenn EU-Bürokraten und die dorthin ausgemusterten Parlamentarier etwas zur „Europäisierung“, sprich Vereinheitlichung unserer Lebensumstände anfassen, dann wird es meist ein voller Erfolg. Scheinen sie jedenfalls zu glauben! So, wie bei SEPA. Prima, denn damit lassen sich jetzt europaweit Überweisungen einheitlich und leicht bewerkstelligen. Allein schon der 20-stellige IBAN, in dem lustig neun Nullen herumkullern. Von dem elfstelligen Buchstabensalat des BIC ganz zu schweigen. Na ja, einmal abgesehen davon, dass wir kaum europäische Überweisungen vorzunehmen haben, hat SEPA unsere Liquidität jedenfalls schlagartig um einiges schrumpfen lassen.

Aber dafür freut sich wenigstens das Bankgewerbe. Hat es doch nunmehr den stillschweigenden Vorteil, all die im Tagesgeschäft abgebuchten Gelder einen Tag länger behalten zu dürfen. Gehen wir mal nach unten abgerundet nur davon aus, dass täglich an den ca. 14 500 deutschen Tankstellen durchschnittlich 15 000 EUR in Bar- und Kartengeld abgewickelt werden, so bedeutet allein das für unsere Branche ein Loch von weit über 200 Mio. EUR und einen Zinsverlust (bei 1,5% Zinsen) von weit über drei Mio. Euro per anno allein im Tankstellengeschäft. Und wem kommt das zu Gute? Blöde Frage, ich weiß! Obwohl das für Banker und auch Ölkonzerne vermutlich nur Peanuts sind. Aber uns als Mittelständler trifft es wieder einmal empfindlich. Ja und dann bekommst Du von einer österreichischen Firma im Anhang an die Rechnung ein Überweisungsformular, richtig schön ausgefüllt mit deren BIC und IBAN – und eigentlich musst Du das Ganze nur noch mit den 31 Ziffern und Buchstaben deines Kontos ergänzen. Aber leider kann der deutsche Bankenscanner dieses Formular nicht lesen, weil der Aufbau des deutschen Formulars ein bisschen anders, ein bisschen deutscher ist. Also fängst Du nochmal von vorne an und dankst diesen europäischen Vereinfachern aus ganzem Herzen.

 

Bist du mal zu gut gelaunt, frag‘ einfach einen Bürokraten. Danach weißt du, was schlechte Laune ist“, hätte mein Onkel da gesagt.

Aber so schnell lasse ich mir die Laune nun auch wieder nicht verderben. Nicht wegen SEPA. Denn da gibt es ja auch die regionalen Bürokraten.

Die sitzen zum Beispiel in regionalen Hauptzollämtern. Und die haben offensichtlich nur vier kleine Buchstaben in ihrem Programm gespeichert und die halten sie auch möglichst lang zurück. Nein, es sind nicht die vier Buchstaben, an die sie jetzt vielleicht denken. Diese Bürokraten haben das „nein“ gespeichert, um es dir dann nach monatelanger, selbstverständlich eingehender Prüfung vieler Paragraphen siegessicher entgegen zu schleudern. Da hilft es dir auch nicht, wenn selbst Kanzlerin und Landesfürst unbürokratische und schnelle Hilfe versprechen. So, wie zum Beispiel nach den Hochwasserschäden im letzten Sommer an unserer Tankstelle in Deggendorf. Da haben wir es doch tatsächlich gewagt, um Rückerstattung der bereits abgeführten Mineralölsteuer für die verunreinigte und zu entsorgende Ware zu bitten. Vor allem auch deshalb, weil Elementarschäden in Deggendorf nicht versicherbar waren. Schien uns aufgrund der §§ 163 und 227 AO aus Billigkeitsgründen irgendwie auch gerechtfertigt. Aber denkste! Hochwasserschäden kommen da nicht vor! Und wohl erst, wenn dieser Fakt dort ergänzt wird, kann man an so etwas denken. Neun Monate hat man für diese Aussage gebraucht. Allerdings habe ich nicht gehört, dass an verantwortlicher Stelle an der Abgabenordnung gearbeitet wird.

Aber auch in manchem Landratsamt sitzen Bürokraten. Da tauschen wir an einer unserer Tankstellen einen Tank aus, weil es sich aufgrund der veränderten Nachfrage anbietet, wählen wir einen neuen Tank mit etwas anderer und größerer Kapazität. Natürlich müssen wir uns diese Kapazitätserweiterung genehmigen lassen. So weit, so gut. Die beantragen wir ordnungsgemäß, bevor die Arbeiten beginnen. Der Tank ist eingelagert, alles wieder korrekt versiegelt, nur Befüllen dürfen wir ihn nicht ohne Genehmigung. Wir fragen nach. Unser Antrag ist offensichtlich irgendwo verschwunden.

Wichtig ist was hinten rauskommt“, hat unser Altbundeskanzler Helmut Kohl einst so schön gesagt.

Auf unser Drängen hin taucht der Antrag dann doch wieder auf. In der Emissionsschutzabteilung des zuständigen Landratsamtes war er gelandet. Warum dort, weiß anschließend keiner mehr so genau. Und da die dortige Sachbearbeiterin so etwas noch nicht hatte, weiß sie nicht, worüber sie entscheiden soll und lässt ihn liegen. Und als man ihr erklärt, dass die Entlüftung der Tankstelle unverändert bleibt, gibt sie der zuständigen Abteilung im Haus endlich ihr OK. Allerdings ist inzwischen eine Woche vergangen. Und bis wir deren endgültiges OK erhalten, vergeht eine weitere Woche. Und von da geht es wieder zurück zum Gewerbeaufsichtsamt. Da wird nun endgültig geprüft und genehmigt. Natürlich tun die alle ja nur brav ihre Pflicht. Aber was machen die dazwischen? Und immerhin, schon nach drei Wochen können wir den Tank befüllen.

Und da soll ich mir wegen SEPA die Laune verderben lassen?

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