Grob gesagt – Zuviel Geld, das niemand heilt

Irgendwie finde ich faule Menschen sympathisch. Sie halten meistens Ordnung, weil sie zum Suchen einfach zu faul sind. Und sie sind auch sehr umweltfreundlich, weil das auf dem Sofa liegen massig Energie spart. Nur eins ist nicht ganz so nett. Sie lassen die anderen die Arbeit machen. So wie das Griechenland nun also Frau Merkel und Herrn Schäuble tun lässt. Jetzt endlich hat Griechenland auch sein gewünschtes drittes Hilfspaket über 86 Milliarden Euro bekommen. Und aus dieser Summe bürgen wir, sprich der deutsche Steuerzahler, nur für 23 Milliarden. Ist eigentlich gar nicht so schlimm, denn in den nächsten 40 Jahren zahlt Griechenland ja auch diese Schulden zurück. Da bereiten sich meine Enkel zwar schon so langsam auf ihren Ruhestand vor, aber was soll´s.

 Trotzdem irgendwie auch dann noch ganz schön viel Geld, habe ich gedacht. Aber da hatte ich noch kaum etwas über den Finanzinvestor KKR gelesen. Der war ganz groß in den US-Energiemarkt eingestiegen. Vor acht Jahren hatte er den Kohle- und Öl-Versorger Energy Future Holdings für beeindruckende 32 Milliarden US-Dollar gekauft. Doch dieser Versorger hat sich kurz nach dem ersten Ölpreis-Rutsch dummerweise aus dem Markt verabschiedet. Letztes Jahr dann hat KKR – mutig auf Fracking setzend – das Förderunternehmen Samson für die Kleinigkeit von 7,2 Milliarden US-Dollar zugekauft. Das meldet jetzt ebenfalls Bankrott an, weil die Preise nach einer leichten Erholung über das Frühjahr jetzt noch weiter als Anfang des Jahres gefallen sind. In Summe mal schnell etwas mehr als 39 Milliarden Dollar verbrannt. Aber damit steht KKR beileibe nicht allein da. Angeblich können bislang 68 US-Firmen aus dem Öl- und Zulieferbereich in diesem Jahr ihre Zinsen oder Tilgungen schon nicht mehr fristgerecht bedienen. Und da diese Firmen sich über den Anleihemarkt – sprich mit Fremdgeld – finanziert haben, kann man bei einigen vermutlich schon bald deren unrühmliches Ende absehen. Und weiteres verbranntes Geld aus einem Anleihemarkt, der angeblich über ein Volumen von 1,7 Billionen Dollar verfügt.

„Auf dieser Welt gibt´s zu viel Geld, das niemand heilt. Nur leider ist es falsch verteilt“, hätte mein Onkel da gesagt.

Also da ist Griechenland mit seinen Hilfspaketen doch ein richtig solide finanziertes, viel zuverlässigeres Objekt. Es ist unabhängig vom Rohstoffmarkt und speziell vom Ölpreis und dessen Tiefflug. Von dem offensichtlich keiner mehr weiß, wann er denn endlich auf der Landebahn ankommt – und wo diese dann sein wird.

Das kann uns zurzeit bei der MTS-K-Beschwerdestelle beim Bundeskartellamt auch keiner sagen. Oder genauer: Eigentlich sagt sie ja gar nichts mehr. Da habe ich es seit mehr als einem Jahr ein paar Mal, zuletzt im Juli, ganz freundlich per E-Mail versucht. Doch deren letzte Reaktion ist inzwischen auch schon ein gutes Jahr alt. Ob sie zu Meldungen von vermuteten Untereinstand-Verkaufspreisen an Tankstellen jemals tätig werden wird, kann ich daher nicht sagen. So, wie die Preise an einigen Orten aussehen, kann ich es mir allerdings nur sehr schwer vorstellen. Und wenn ich mir dann noch dazu Tiefstpreis-Garantien und ähnlichen Schnick-Schnack einzelner Anbieter anschaue, ist mein Glaube, dass die MTS-K auch geschaffen wurde, um Preismissbräuche zu verhindern, endgültig dahin. So hat sich mein Interesse, derartiges zu vermelden, inzwischen auf null reduziert. Schließlich sagt Herr Mundt ja auch nichts mehr.

„Wichtig ist, was hinten rauskommt“, hat unser Altbundeskanzler Helmut Kohl einst so schön gesagt.

Also letztlich nur Chaos. Da kann ich das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen auch gleich an die Wand nageln. Gleich neben den schönen Urlaubsfotos aus der niederbayerischen Wellness-Oase wird es da prangen und mich jeden Morgen dafür auslachen, dass ich mal an dessen Ernsthaftigkeit geglaubt habe. Wie für so manch anderes.

Zum Beispiel, wie sich unsere politische Creme von Heuschrecken, wie Herr Müntefering sie einst tituliert hat, die Sahne von der Torte nehmen lässt. So wurde vor siebzehn Jahren die damalige staatliche Gesellschaft für Nebenbetriebe vom Bundesverkehrsministerium als Tank & Rast für rund 600 Millionen Euro und einem Nutzungsvertrag für vierzig Jahre an private Investoren verkauft. Inzwischen hat die Tank & Rast mehrfach die Gesellschafter gewechselt und ist für rund 3,5 Milliarden Euro in die Fänge der Allianz geraten, also für fast das Sechsfache des ursprünglichen Kaufpreises. Nur die Abgaben, die Tank & Rast an den Bund jährlich berappen muss, sind gleich geblieben. Da wäre doch sicher einiges zu holen. Das könnten wir dann vorsichtshalber schon mal ansparen, falls das mit der Bürgschaft für Griechenland wider Erwarten doch in die Hose geht.

 

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