Herdprämie, Frauenquote und Markttransparenzstelle

Na endlich. Nach all den nervigen Diskussionen über Herdprämie und mangelnde Kita-Plätze endlich einmal eine erfreuliche Nachricht. Es gäbe Anzeichen dafür, dass die Kohortenfertilität, nämlich die endgültige Geburtenrate unserer deutschen Frauen wieder zunimmt. Das vermeldet das Wissenschaftsmagazin „Population and Development Review“. Die Autoren der Studie sind Yen-hsin Alice Cheng, Joshua Goldstein und Mikko Myrskylä, alle drei Wissenschaftler des Max-Planck- Instituts für demographische Forschung in Rostock. Kohortenfertilität errechnet die endgültige Zahl der Kinder, die ein bestimmter weiblicher Geburtsjahrgang im Laufe seines Lebens einmal bekommen wird. Exakt festgestellt werden kann das naturgemäß aber nur für Frauen, die schon 50 Jahre oder älter sind und vermutlich keine Kinder mehr bekommen. Nicht zu verwechseln ist das allerdings mit der Periodenfertilität der deutschen Damen. Diese Periodenfertilität ist derzeit noch schwach. So gab sie das Statistische Bundesamt für 2011 mit 1,36 Kindern pro Frau an. Die Kohortenfertilität der heute 35-jährigen Frauen dagegen schätzen die Forscher des Max-Planck-Instituts im Osten unserer Republik auf 1,54, im Westen sogar auf 1,57 Kinder. „Mit den Frauen, die in den siebziger Jahren geboren wurden, kommt die Trendwende,“ meint Joshua Goldstein. So markiere das Ende der Talsohle im Westen der Jahrgang 1968 mit endgültig 1,46 Kindern. Die nur elf Jahre jüngeren Frauen bringen es dann schon auf 1,57 Kinder, wenn sie das 50. Lebensjahr vollendet haben. Ähnlich sieht es im Osten aus, da steigt die Geburtenrate von 1,51 auf 1,58 Kinder. Die so heftig debattierte Geburtenrate, also die Periodenfertilität ist wohl bisher auch deshalb so niedrig, weil die Eltern später Kinder bekommen, nicht jedoch weniger. Nun ist das ja schön und gut, aber Fachausdrücke dieser Art sind für meinen Geschmack wenig charmant. Denn mit dem Begriff Fertilität verbinden sich bei mir eher Assoziationen zur Schweinezucht. Aber trotz allem Hoffnung für Deutschland. Wir sterben nun doch nicht ganz so schnell aus.

Und mit diesem Wissensstand lohnt es sich natürlich auch wieder etwas intensiver über Frauenquoten nachzudenken. Nicht mehr nur über eine Flexi-Frauenquote für die 30 Dax-Unternehmen, die die CDU auf ihrem letzten Parteitag beschlossen hatte. Die hat sie im Schnellgang schleunigst weggeflext, nachdem sie und andere Appelle nicht die gewünschte Wirkung in den Aufsichtsratsgremien der Konzerne gezeigt hat und nachdem sie von der Opposition im Wahlkampf mit diesem Thema überrollt zu werden drohte. Fix soll sie jetzt sein – ab 2018. Wie überhaupt die gute, alte Flex, die bei Heimwerkern beliebte Trennschleifmaschine zum Lieblingshandwerkszeug der CDU zu werden scheint. Atomkraft, Wehrpflicht, Mindestlohn. Ein paar Schnitte mit der Flex und ratsch, die Partei kann sich neuen Ufern zuwenden! Ufern, die allerdings vorher schon von anderen Parteien entdeckt worden waren. Nein, an Flexibilität ist die CDU, jedenfalls sehr zur Verzweiflung der SPD nicht mehr zu übertreffen. Je mehr sie sich von der CDU abzugrenzen versucht und je mehr sie sich gegen eine große Koalition nach der nächsten Wahl stemmt, desto sicherer nimmt ihr die CDU das Thema weg und umso wahrscheinlicher wird sie. Wen kümmert es da noch, was gestern noch galt?

„Das Schönste am Gedächtnis sind die Lücken,“ hätte mein Onkel da gesagt.

Und so werden wir denn auch eine überflüssige Markttransparenzstelle bekommen, deren ursprünglicher Zweck inzwischen offensichtlich im Hick-Hack zwischen Regierung und Opposition, zwischen Bundestag und Bundesrat, in Vergessenheit geraten ist. Denn ursprünglich  sollte sie dem Bundeskartellamt dazu dienen, Verstöße gegen die Preis-/Kostenschere leichter festzustellen. Aber im bisher gültigen GWB war diese befristet bis zum 31.12.2012. Und die Novellierung, in der sie ohne Befristung weiter gelten sollte, und die vom Bundestag letztes Jahr verabschiedet worden war, wurde flott vom Bundesrat abgelehnt und zwangsweise in den Vermittlungsausschuss verwiesen. Also zunächst einmal nix mehr mit der Preis-/Kostenschere.

„Wichtig ist was hinten rauskommt,“ hat unser Altbundeskanzler Helmut Kohl einst so schön gesagt.

Doch das kann noch etwas dauern. Immerhin wird es bis zum Funktionieren der Markttransparenzstelle noch einige Zeit dauern. Böse Zungen sprechen sogar schon vom Ende diesen Jahres. Und bis dahin, so denn Angie und der rote Erzengel nach der Wahl wollen, könnte die Kartellrechtsnovellierung dann auch ihren Weg durch den Vermittlungsausschuss geschafft haben. Und zumindest bis dahin werden wir uns als armer Mittelstand wohl weiter durchzittern müssen!   

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