Hilft eigentlich Lebertran durch die Datenflut?

Eigentlich habe ich schon lange befürchtet, dass so etwas irgendwann passiert. Und jetzt ist es passiert! Unser Bundeswirtschaftsminister, Herr Phillip Rösler soll doch tatsächlich am 1. April mit dem Wagen seiner Gattin zum Tanken gefahren sein. Besser für uns alle, wenn er es nicht getan hätte. Über den hohen Super-Preis empört, hat er beim Herausnehmen der Zapfpistole ein erstes Mal kräftig Luft holen müssen. Doch das hätte er besser auch nicht getan. Denn, so hat es eine ägyptische Forscherin in einer Versuchsreihe mit Ratten entdeckt:

Die von Benzin aufsteigenden Dämpfe machen Ratten aggressiv. Und uns Menschen geht es vermutlich auch nicht anders. Benzindämpfe sind also nicht nur als mögliche Krebserreger verschrien. Nein, sie sind zudem auch noch ungesund fürs Gehirn. Und Treibstoffdämpfe haben auch einen negativen Effekt auf die Psyche. Denn sie bringen unsere Gehirnchemie durcheinander. Das Gehirn wird anfälliger für Schäden durch freie Radikale und außerdem verschiebt sich dadurch auch das Serotonin- und Dopamingleichgewicht in verschiedenen Gehirnregionen! Das kann gefährlich sein! Ein erhöhter Serotoninspiegel im Gehirn kann zu Unruhe und zu Halluzinationen führen. Impulsive Aggressionen wiederum können auf einen Serotoninmangel im Gehirn hinweisen. Das Dopamin dagegen steigt vom Mittelhirn ins Zwischen- und Endhirn. Es ist ausgesprochen wichtig für unsere lebensnotwendigen Steuerungs- und Regelungsvorgänge.

Es ist zwar nur ein böswilliges Gerücht, dass die Idee für eine Markttransparenzstelle für Mineralöl im Anschluss an einen Tankvorgang geboren wurde. Aber irgendwie ist es auch schön. Denn gerade der eine Satz, mit dem Herr Rösler nun in all seinen Erklärungen und Auftritten behauptet, er würde mit diesem über Nacht hinzugefügten § 47 k des GWB die Position der freien Tankstellen stärken, erinnert doch etwas an Halluzinationen. Obwohl er das, was er sagt, womöglich selbst glaubt. Aber er stärkt uns damit nicht. Im Gegenteil, er lädt gerade uns als freien Tankstellen nicht nur einen Haufen Mehrarbeit, ein Wühlen in der Datenflut auf, sondern er stellt damit Forderungen an uns, die wir auch beim allerbesten Willen nicht erfüllen können. Ursprünglich enthielt der Gesetzentwurf nur eine Markttransparenzstelle für Strom- und Gashandel. Mit einem Datenanfall von ca. 40.000 Daten pro Tag hat man dafür exakt 37,5 Planstellen und jährliche Kosten von knapp vier Millionen Euro vorgesehen. Und jetzt? Alle verkauften Mengen sollen wir Liter genau mit dem jeweiligen Verkaufspreis und dem dafür bezahlten Einkaufspreis melden. Für bis zu einer Million täglich anfallender Daten aus den etwa 14.700 Tankstellen plant er lediglich sieben weitere langfristige Planstellen und 400.000,- Euro an jährlichen Zusatzkosten für die Markttransparenzstelle für Tankstellen. Das mag nach seiner Vorstellung vielleicht richtig sein, denn schließlich, so heißt es, sollen wir all diese Daten ja auch nur einmal in der Woche melden.

„Er macht doch gerne mal Witze, das weißt du doch,“ hätte mein Onkel mich da bestimmt zu beruhigen versucht. 

Aber das hätte mich nicht beruhigt. Mir würde da nur noch Lebertran einfallen. An den erinnern sich wohl nur noch die Älteren unter uns mit Grausen. Dieses hellgelbe, dünne Öl, gewonnen aus der Leber von Kabeljau, Dorsch oder Haifisch, das wir löffelweise gnadenlos eingetrichtert bekamen. Ein wirksames Stärkungsmittel gegen Kinderkrankheiten und Unterernährung sollte es sein. Aber ob uns das schmeckte wurden wir damals nicht gefragt. Sogar die alten Wikinger kannten es schon. Ob sie es auch geschluckt haben, wissen wir nicht. Aber um ihre Schiffe über Land zu ziehen, rieben sie Baumstämme und Holzscheite mit diesem Öl ein. Über diese konnte der Schiffsleib dann richtig schön über Land gleiten.

„Wichtig ist was hinten rauskommt,“ hat unser Altbundeskanzler Helmut Kohl einst gesagt.

Denn inzwischen weiß man ziemlich genau, dass zu viel Lebertran nicht nur zu einer Reduzierung der Knochendichte führen kann und damit Osteoporose begünstigt. Als weitere negative Folgen können u.a. auch Leberveränderungen, Geburtsschäden oder Haarverlust auftreten. Meine Mutter habe ich später sogar getröstet, als bei mir der Haarausfall begann. Sie hat es ja gut mit mir gemeint. Aber gut gemeint ist eben noch lange nicht gut gemacht. Nur, wie soll ich Herrn Rösler demnächst trösten, wenn er in der Datenflut untergegangen ist?

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