Weinende Enkel und das Wochenende in der Schweiz

Neulich wollte ich endlich mal wieder ein Wochenende in der Schweiz verbringen. Einfach mal raus aus dem täglichen Trott. Zürich mag ich nämlich ganz besonders. Niederdorf mit seinen gemütlichen Kneipen, die Museen, der See. Ist ja nicht so weit weg von München, normalerweise dreieinhalb bis vier Stunden Fahrzeit. Also flott meinen alten Malerfreund ins Auto gepackt, kurz vor Schaffhausen dann die Grenze. Aber da war das Vergnügen sehr jäh zu Ende. Ein relativ freundlicher deutscher Zollbeamter bat uns auf die Seite zu fahren und auszusteigen. Ob wir beiden denn größere Beträge an Bargeld mit uns führen würden? Mein Malerfreund meinte, da er inzwischen für Bordell- und Casinobesuche zu alt sei, nein. Aber mit diesem Scherz kam er nicht besonders gut an. Mit versteinerter Mine bat uns der Beamte in ein Büro. Unseren Wagen sollten wir bitte offen lassen und ihm den Autoschlüssel aushändigen. Nach der Offenlegung unserer Tascheninhalte auf einem Schreibtisch und einer intensiven Durchsuchung unseres Gepäcks begann er uns mit zwei weiteren Beamten nun peinlich zu befragen. Zu welchem Zweck und warum wir überhaupt nach Zürich wollten. Ob wir dort etwa ein Bankkonto hätten? Die simple Erklärung, dass wir dort einfach nur drei Tage den lieben Gott einen netten Mann sein lassen wollten, schien sie nicht unbedingt zu befriedigen. Und dann kam es. Sie fahren doch ein Auto mit einem Starnberger Kennzeichen. Und bekanntlich wohnen dort die meisten Millionäre Deutschlands. Mein Freund begann lauthals zu lachen. Ja, sagte er und die machen jedes Jahr über 400 Milliarden an Schwarzgeld, das habe der deutsche Ökonom Friedrich Schneider errechnet. Und das bringen sie dann heimlich in die Schweiz. Wäre es da nicht viel schlauer, in Deutschland die Beschaffung von Schwarzgeld zu bekämpfen als uns hier an der Grenze sinnlos zu blockieren? Überzeugt hat er die Beamten damit vermutlich nicht. Aber schließlich durften wir dann doch zurück zu unserem Wagen. Der war inzwischen auch genau unter die Lupe genommen worden, wie uns die abgeschraubt zurück gelassenen Griffe unserer Regenschirme verrieten.

„Erinnerst du dich an die DDR? Da war es an der Grenze verblüffend ähnlich,“ hätte mein Onkel da gesagt.

Und dann hätte ich bestimmt gleich weiter gedacht! In was für einem Land leben wir heute eigentlich und wo fahre ich da eigentlich hin? Ich lebe offensichtlich in einem Land, in dem es vor Steuerhinterziehern nur so wimmelt und fahre nun auch noch in ein Land, in dem laut Herrn Gabriel lauter kriminelle Banker leben. Und einige dieser kriminellen Banker verkaufen Steuer-CDs. Und mit denen machen die deutschen Steuerbehörden dann kriminelle Geschäfte. Sozusagen etwas Schwarzgeld für einige der kriminellen Schweizer Banker. Womöglich angelegt bei der West-LB, um in der Schweiz Steuern zu sparen? Der Hehler ist schlimmer als der Stehler, hat man mir einst in der Schule beigebracht. Und was lernen unsere Kids heute? Wie man via Facebook schnell einen „shitstorm“ oder einen „flash mob“ produziert. Zum Beispiel gegen die bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Frau Haderthauer. Das wäre doch eine Idee! Sie zeigt den bayerischen Tankstellen jetzt, wo der Barthel den Most holt. Jedenfalls nach 20:00 Uhr nicht mehr an der Tankstelle. Es sei denn, er kommt mit seinem Pkw vorgefahren. So mit vier Beifahrern. Dann kann er sich eine ganze Kiste Bier kaufen. Und die Ordnungsämter der großen bayerischen Städte übertrumpfen sie noch. So empfiehlt die Hauptabteilung I des Kreisverwaltungsreferats der Stadt München: Wir bitten Sie, durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge zu tragen, dass Waren, die nach Ladenschluss nicht zugelassen sind, während dieser Zeit nicht in den Verkauf gelangen, z.B. indem Sie die Waren abdecken oder entfernen.

Hä? Eine telefonische Anfrage dort, was damit gemeint und was nicht zugelassen sei, z.B. Blumen oder Papageien oder Sargnägel, ob man die gesamten Regale abdecken und wo man nicht zugelassene Waren über Nacht deponieren solle, endete mit der valentinesken Antwort: Das sei doch ganz einfach: Nicht zugelassen sei, was nicht zugelassen ist! Aber Einzelheiten müsse man schon beim Ministerium erfragen!

„Wichtig ist was hinten rauskommt,“ hat unser Altbundeskanzler Helmut Kohl einst so schön gesagt.

Weinende Enkel, für die ihre Oma kein Eis und keine Gummibärchen mehr in der Tankstelle kaufen darf, wenn sie nach 20:00 Uhr noch  quengeln und einfach nicht einschlafen wollen. Frustrierte Schwiegersöhne, die ihrer Schwiegermama zu ihrer Einladung zum Sonntagsbraten keinen Blumenstrauß mehr mitbringen können. In den kalten Grill starrende Grillfans, die vergessen haben, sich rechtzeitig für ihre spontane Party mit Grillkohle einzudecken. Verzweifelte Jungfrauen, die nach der Party noch schnell Präservative gebraucht hätten! Und letztlich Tankstellenbetreiber, die mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen. Denn hinter der Grenze, da ist nicht nur der Sprit billiger, da kann man auch „shoppen“, egal, wie spät es ist. Trotz aller sonstigen kriminellen Aktivitäten sogar in der Schweiz!

Drucken/Speichern

< zurück
 
 

Bundesverband
Freier Tankstellen e.V.
Ippendorfer Allee 1d
53127 Bonn
Telefon 0228 / 9102944
Telefax 0228 / 9102929
E-Mail: info(at)bft.de

Büro Berlin:

Georgenstraße 23

10117 Berlin

 

 

Über den bft

Aufgaben & Ziele

Mitglieder

Vorstand

Landesgruppen

Tankstellenmesse

bft-Klimabonus

Basis-bft-Downloads

Links

Themen

Markttransparenzstelle

E10-Einführung

Ausbildung

Energie und Umwelt

Recht

SEPA

Steuerentlastung bei Zahlungsausfall

Autowäsche am SonntaG

Mitglieder

Warum MItglied werden?

Mitglied werden

Daten und Fakten

Entwicklung Tankstellenanzahl

Kraftstoffmarktanteile

Straßentankstellen in Deutschland

Autobahntankstellen in Deutschland

Erdgastankstellen in Deutschland

Autogastankstellen in Deutschland

Benzinpreis-Zusammensetzung

Entwicklung der großen Marken

Langzeit-Preisentwicklung Benzin

Langzeit-Preisentwicklung Diesel

Staatl. Steuereinnahmen

Branchenstudie

Termine

Aktuelles

Presse

Presse – Fotodownloads Verband

Presse - Foto Downloads Tankstellenbilder

Grob gesagt

bft-Nachrichten

Rechtstipp

Tankstellenfinder

zur eft

Kontakt

Downloads