Autogas – bewährte Alternative mit echtem Klimavorteil
Autogas – auch bekannt als LPG (Liquefied Petroleum Gas) – ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher und wirtschaftlicher Kraftstoff für den Straßenverkehr.
Millionen Fahrzeuge weltweit fahren bereits mit Autogas, auch in Deutschland ist es eine bewährte Alternative zu Benzin und Diesel.
Freie Tankstellen bietet Autogas ein stabiles Geschäftsfeld mit guter Marge, niedriger Einstiegsschwelle und echter Umweltwirkung – ohne hohe Investitionen oder technologische Umbrüche.
Herkunft und Eigenschaften
Autogas ist ein Flüssiggasgemisch, das überwiegend aus Propan und Butan besteht – beides Nebenprodukte aus der Erdölraffination oder Erdgasförderung. Im Gegensatz zu CNG (Erdgas) wird LPG bei moderatem Druck (5–10 bar) verflüssigt und in flüssigem Zustand gespeichert und getankt.
Autogas verbrennt sauberer als konventionelle Kraftstoffe:
- rund 15 % weniger CO₂-Emissionen als Benzin,
- kaum Feinstaub oder Rußpartikel,
- deutlich geringere Stickoxidwerte (NOₓ).
Die Versorgungssicherheit ist hoch – LPG fällt automatisch bei der Verarbeitung von Rohöl oder der Förderung von Erdgas an und wird europaweit gehandelt.
Vorteile und Einsatzpotenzial
Autogas punktet mit vielen Eigenschaften, die es für Tankstellenbetreiber attraktiv machen:
- Geringe Investitionskosten beim Einstieg (im Vergleich zu Wasserstoff oder Schnellladen),
- Etablierte Technik und flächendeckendes Tankstellennetz (über 6.000 LPG-Tankstellen in Deutschland),
- Kundenbindung durch Preisvorteil: Autogas ist im Schnitt 40–50 % günstiger als Benzin,
- Nachrüstung bestehender Fahrzeuge ist einfach und kostengünstig möglich.
Zudem profitieren viele Kunden von der Förderung alternativer Antriebe – und das ohne Verzicht auf Reichweite oder Komfort.
Politische und regulatorische Einordnung
Bis Ende 2022 war Autogas durch den reduzierten Energiesteuersatz steuerlich begünstigt. Seitdem ist der Steuervorteil ausgelaufen, was sich auf die Wettbewerbsfähigkeit ausgewirkt hat – obwohl Autogas weiterhin einen messbaren Beitrag zur Emissionsminderung leistet.
Der bft setzt sich daher für eine faire Berücksichtigung von Autogas im Rahmen der CO₂-Bepreisung und THG-Quote ein.
Auch wenn es sich nicht um einen vollständig erneuerbaren Kraftstoff handelt, trägt LPG im Verkehrssektor dazu bei, Emissionen kurzfristig und bezahlbar zu senken – und sollte entsprechend anerkannt werden.
Position des bft
Der bft betrachtet Autogas als wichtige Brückentechnologie im Kraftstoffmix – vor allem, weil es sofort verfügbar, wirtschaftlich tragfähig und umweltfreundlicher als Benzin oder Diesel ist.
Gerade in der aktuellen Transformationsphase ist es entscheidend, praxistaugliche Alternativen nicht aus dem Blick zu verlieren.
Wir fordern daher:
- die dauerhafte Anerkennung von Autogas als emissionsärmerer Kraftstoff,
- technologieneutrale Förderinstrumente, die auch bewährte Alternativen einbeziehen,
- eine faire Abbildung im Energiesteuersystem und in der Verkehrspolitik.
Autogas ist keine Zukunftsvision – es ist ein funktionierender Teil der Gegenwart, den der Mittelstand aktiv mitgestaltet.
Weiterführende Informationen
Zahlen, Daten, Technik und rechtliche Grundlagen zu Autogas finden Sie auf den Seiten des
DVFG – Deutscher Verband Flüssiggas
Gerne vermitteln wir Erfahrungsberichte aus der Praxis.