19.05.2025
Entwicklung des Tankstellenbestands in Deutschland
Der Tankstellenbestand in Deutschland hatte im Jahr 1970 mit über 46.000 Tankstellen seinen Höchststand, jedoch setzte im Anschluss ein Strukturwandel ein, der sich durch eine deutliche Reduktion des Tankstellenbestands kennzeichnete (siehe Abbildung). Vor allem die steigenden Rohölpreise (insbesondere in den 1970er Jahren), die zunehmenden Auflagen, die im Umweltschutzkontext zu garantieren waren, aber auch eine wachsende Preissensibilität der Nutzer haben dazu beigetragen, dass der Wettbewerbsdruck gestiegen ist und die Rentabilität vieler Tankstellen zurückgegangen ist. Seit 1970 bis in die frühen 2020er Jahre war zunächst ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten. Von dem Höchststand von 46.091 Stationen im Jahr 1970 bis Anfang 2022 betrug die CAGR, d.h. die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate -2,21 %. In den letzten Jahren hat sich dieser Rückgang jedoch deutlich verlangsamt. Zwischen 2014 und 2025 lag die durchschnittliche jährliche Veränderungsrate bei nur noch 0,34 %. Dies weist auf eine weit gehende Stabilisierung des Tankstellenbestands hin. Anfang 2022 gab es nach einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr 14.429 Tankstellen in Deutschland. Bis Anfang 2023 stieg die Zahl leicht auf 14.453 an, fiel danach jedoch wieder. Anfang 2024 lag die Gesamtzahl bei 14.442 Stationen und Anfang 2025 bei 14.376 Tankstellen.
Die gesamthafte Entwicklung der Tankstellenanzahl ist auch damit verbunden, dass weiterhin ein wachsender Pkw- bzw. Kraftfahrzeug-Bestand in Deutschland zu beobachten ist (siehe Kapitel 4.2.2). Allerdings zeigen sich auch im Durchschnitt niedrigere Kraftstoffverbräuche, verbunden mit einer höheren Reichweite der Autos. Zudem wird weiter die Nutzung alternativer Antriebssysteme forciert. Diese Entwicklungen lassen erwarten, dass die langfristigen Auswirkungen auf das Tankstellennetz eher negativ sein werden oder dass der Kraftstoffabsatz an den jeweiligen Stationen an Bedeutung verlieren wird.