Branchenstudie Tankstellenmarkt 2023
Die Rahmenbedingungen des Tankstellenmarktes in Deutschland werden von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die sich auf globaler, europäischer sowie nationaler Ebene manifestieren. Viele dieser Faktoren wirken sich seit geraumer Zeit negativ auf die Branche aus und führen zu einer deutlichen Verunsicherung. Ein gravierender globaler Faktor sind dabei die kriegerischen Konflikte. Insbesondere der seit Februar 2022 andauernde Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine wirkt sich seither einschneidend auf den globalen Energiesektor aus. Vor allem zu Beginn führte dies zu einer regelrechten „Preisrallye“ für Energie, was wiederum Auswirkungen auf die globalen Handelsbeziehungen und Lieferströme hatte. Auch die Eskalation im Nahen Osten, die sich in Form des Überfalls der Hamas-Terroristen auf Israel am 07. Oktober 2023 sowie in Form des Angriffs des Iran am 14.04.2024 auf Israel manifestierte, birgt bisher noch unvorhersehbare Konsequenzen für die globale Wirtschaft und damit auch für den Energie- und Tankstellensektor.
Des Weiteren sind das Themenfeld „Klima“ bzw. „Klimawandel“ sowie dessen politische und wirtschaftliche Implikationen von globaler Bedeutung mit Auswirkungen auf die Tankstellenbranche. Der Versuch, den Trend der beschleunigten Klimaveränderung zu bremsen und sich an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen, führt zu bedeutenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen sowohl global als auch spezifisch in Europa und in Deutschland. Neben der allgemeinen Energieversorgung und dem Wärmemarkt ist dabei insbesondere auch der Mobilitätsbereich ein wichtiger Bereich, in dem Maßnahmen ergriffen werden, um auf absehbare Zeit Klimaneutralität zu erreichen. In diesem Kontext lässt sich ein globaler Trend beobachten, fossile Antriebe kurz- bis mittelfristig zu ersetzen.
Der sich zunehmend beschleunigende technologische Fortschritt, insbesondere im Kontext von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, bleibt weiterhin ein maßgeblicher Faktor im globalen Kontext. Es lässt sich prognostizieren, dass sich basierend auf der digitalen Transformation gravierende Veränderungen in sämtlichen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens, des Arbeitens und auch im Hinblick auf die Mobilität ergeben werden. Auf europäischer Ebene haben sich rechtliche Rahmenbedingungen konkretisiert, die auch auf nationaler Ebene relevant sind. Insbesondere befasste sich der europäische Gesetzgeber im Jahr 2023 mit den für die Mobilitäts- und Klimawende notwendigen Verordnungen und Richtlinien. Die präferierte Antriebsart im individuellen motorisierten Straßenverkehr des europäischen Gesetzgebers ist, zumindest nach dem derzeitigen Stand (April 2024), das Elektroauto bzw. der Elektro-LKW. Die aktuellen Verordnungen und Richtlinien wurden durch die zuständigen Institutionen verabschiedet und befinden sich in der Umsetzungsphase.
Hinsichtlich der flüssigen Kraftstoffe hat der europäische Gesetzgeber eine Review-Klausel (Überprüfungsklausel) für 2026 bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen sowie für 2027 bei Omnibussen und schweren Lkw beschlossen. Es existiert jedoch ein vorläufiger Kompromiss der EU-Kommission, der sog. „E-Fuels-Only“-Fahrzeuge auch nach 2035 als Fahrzeugklasse zulässt. Diese würden nur und ausschließlich mit E-Fuels betrieben werden dürfen.
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